,,Experiment Mensch sein" - To Go!

…Impulse für mehr Selbst-Liebe und Selbst-Bewusstsein im Alltag und in dieser herausfordernden Zeit…

Neue Impulse poste ich auch auf Facebook und Instagram.

Quelle Bilder: Pixabay.com

Die Entstehung von Mangel: 


1)
Ich bin vollständig. 

Der Moment ist immer komplett vollständig, nie fehlt etwas. Die Fülle ist immer da. 


2) Ich verbanne einen Aspekt von mir. 

Wenn ich einen Aspekt von mir nicht fühlen will, verbanne ich ihn aus diesem Moment. Nun fehlt (scheinbar) tatsächlich etwas (dieser Aspekt von mir). 

3) Ich erzeuge einen (scheinbaren) Mangel 

Ich habe mir den Mangel bzw. die Illusion des Mangels und damit mein eigenes Leid selber erschaffen. Leid ist nichts anderes als der Widerstand gegen einen Aspekt von sich selbst und die daraus resultierende Illusion des Mangels. 


4) Ich glaube, ich sei unvollständig und suche die Vollständigkeit. 

Die Suche nach der Ganzheit beginnt… (dabei ist sie schon da, denn MIT diesem Aspekt bin ich ganz). Doch je mehr ich suche, desto mehr leide ich. Suchen ist ein Synonym für Wegrennen. Letztendlich suche ich nichts anderes als diesen Aspekt, denn MIT diesem bin ich wieder vollständig. 


Ein Beispiel zur Veranschaulichung:


1) Ich bin vollständig. 

Dieser Moment ist erfüllt voller verschiedenster Aspekte von mir. Da ist mein Atem im Bauch, ein Jucken am Kopf, das Geräusch der Heizung, ein Schmerz in der Brust, den mein Kopf als ,,Einsamkeit“ benennt, die Wärme meiner Bettdecke, Bilder und Gedanken in meinem Kopf,…… 


2) Ich verbanne einen Aspekt von mir. 

Ich verurteile diesen Schmerz in der Brust, meine ,,Einsamkeit“. Ich will diese Empfindungen nicht fühlen. 


3) Ich erzeuge einen (scheinbaren) Mangel. 

Ich fühle mich unvollständig. Ich verurteile meine ,,Einsamkeit“ und sage mir ,,Da fehlt etwas. Ich brauche Nähe, einen Partner.“ Die ,,Einsamkeit“ darf nicht da sein, stattdessen sollte ,,Zweisamkeit“ da sein. Dadurch dass ich meine ,,Einsamkeit“ ablehne erschaffe ich ein Loch und ich versuche dieses Loch mit ,,Zweisamkeit“ zu stopfen. 


4) Ich glaube ich sei unvollständig und suche die Vollständigkeit. 

Ich versuche mein (scheinbares) Loch, meinen Mangel zu füllen – mit Schokolade, Netflix, Instagram. Oder vielleicht suche ich auf Tinder nach einer Lösung für diesen ,,Mangel“, für dieses Problemkind ,,Einsamkeit“. Ich sehe nicht, dass ich MIT meiner ,,Einsamkeit“ vollständig bin.  



Diese Aspekte, die wir nicht fühlen wollen, sind unsere Schatten. MIT unseren Schatten sind wir vollständig. Die Vermeidung dieser erzeugt die Illusion des Mangels und die vergebliche Suche nach Glück. 


Um herauszufinden, was deine Schatten sind, kannst du dir immer, wenn es dir schlecht geht, folgende Frage stellen: Wovor renne ich gerade weg? Welches Gefühl möchte ich vermeiden?

,,Ich brauche Erfolg. Ich brauche Anerkennung. Ich brauche einen Partner. Ich brauche eine Schokolade. Ich brauche einen guten Film. Ich brauche Sex. Ich brauche Liebe. Ich brauche….FÜLLE. Jetzt bin ich im Mangel, mir fehlt etwas. Ich bin unvollständig, unglücklich, wertlos ohne DEM“.

JA! ……Und wie fühlt sich das an? JETZT. Wie fühlt sich das an? Wo in Deinem Körper spürst Du den Mangel? Wie äußert sich dein Verlangen in deinem Körper? Spüre das Leben IN diesem Mangelgefühl, in DIR. Spüre die FÜLLE deines Mangels: ein Ziehen im Bauch, schmerzende Schultern, Energie in den Händen, ein angespannter Kiefer, ein Druck auf der Brust, ein Pochen in der Schläfe, der ganze Körper wie er schreit: ,,ICH WILL ES SO SEHR. Denn SO bin ich unvollständig.“  

Der Moment kann niemals mehr oder weniger VOLL sein. Selbst wenn du glaubst, du hast alles verloren. Seh´ dich um, hör hin, fühle…. Der Moment ist genauso VOLL an Leben, an Eindrücken wie immer. ANDERE Gefühle, ANDERE Eindrücke, ja…. aber FEHLEN tut niemals etwas. Selbst im tiefsten Mangel nicht.

Gib gerne Feedback, ob du verstehen/ fühlen kannst, was ich ausdrücken möchte. Gerne kannst Du als Übung die Fülle DIESES Moments niederschreiben mit all den Eindrücken, die du wahrnimmst – besonders wenn du dich im Mangel fühlst und dich stark nach etwas sehnst. Spüre deine Sehnsucht GANZ (und entdecke die Fülle darin). 

Die Corona-Situation holt tiefe Ängste in uns hervor. Ob es die Angst vor dem Virus ist oder die Angst vor den Konsequenzen der Eindämmungs-Maßnahmen.

Wenn wir unsere Ängste in unserem Inneren ablehnen, werden wir alles im Außen ablehnen, was unsere Ängste wahr werden lassen KÖNNTE. Es entsteht Wut auf all diejenigen, die unsere Ängste wahr werden lassen könnten. Zum Beispiel: Wenn ich Angst vor Corona habe, werde ich Wut auf alle Maßnahmen-Verweigerer haben. Wenn ich Angst vor den Konsequenzen der Maßnahmen spüre, werde ich Wut auf alle Maßnahmen-Befürworter haben. Diese Spannung zwischen den Corona-Maßnahmen-Feinden und den Befürwortern nehme ich mehr und mehr mit Beunruhigung wahr.

Dabei stecken wir alle im selben Boot: Wir alle haben Angst. Denn wir sehen oft nicht, dass hinter unserer Wut meist eine Angst steckt und dass wir alles Mögliche tun, um diese Angst nicht fühlen zu müssen. Wir handeln dann nicht authentisch und klar sondern aus dem Verlangen heraus, die Angst loszuwerden. Wenn wir unseren Ängsten jedoch bewusst sind und sie als das entlarven, was sie wirklich sind: vorübergehende körperliche Reaktionen, bleibt uns viel Stress und Leid erspart.
 
Probiere Folgendes aus. Frage dich der Reihe nach folgende Fragen:
 
1) Wovor habe ich Angst bezüglich Corona? Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte? Stelle Dir diese Szenarien ausführlich vor.
 
2) Wie fühle ich mich jetzt?
 
3) Was ist es EXAKT, was ich fühle und WO fühle ich das?
 
Wenn du möchtest kannst Du die Antworten auf die dritte Frage in die Kommentare posten. Somit können auch andere sehen, was Angst (bzw. dein Gefühl) eigentlich WIRKLICH ist und dass das Gefühl an sich nicht bedrohlich ist. Ich mache auch mit.
 
4) Lass Dich nun fallen in das, was gerade in Dir da ist und lasse es durchfließen bis es vorübergezogen ist.
 
Diese Meditation kannst Du mit allen möglichen Ängsten machen.
 
Wenn Du noch intensiver in die Thematik Angst einsteigen möchtest und Deine persönlichen Ängste aufdecken und damit umgehen lernen möchtest, mal bei ,,Experiment Mensch sein“ vorbei. 🙏
 
Liebe Grüße und viel Mut fürs Fühlen wünscht,
Alex.
 

 

Es geht nicht darum die unangenehmen Gefühle anderer ,,aufzulösen“, sie ,,wegzutrösten“, Lösungen dafür zu finden, sondern sie einfach in liebevoller Präsenz da sein zu lassen – genau wie unsere eigenen. Das ist wahre Heilung. (Das Wort ,,Heilung“ bedeutet übrigens soviel wie ,,Ganzwerdung“. Wie sollen wir ganz werden, wenn wir bestimmte Gefühle wie Angst, Trauer, Verzweiflung ablehnen und sie nicht als wertvollen Teil von uns akzeptieren wollen?)

Welches Gefühl möchte ich vermeiden?

Kennst Du es? Dir geht’s es richtig schlecht, aber Du musst zur Arbeit oder hast eine Verabredung? Was tust Du? Ich wette Du gehst nicht mit hängenden Schultern und Tränen in den Augen zu Deinem Termin, oder? Stattdessen richtest Du Dich auf und zwingst Dir evt. sogar noch ein Lächeln ins Gesicht. Und das ist auch vollkommen OK so. Niemand muss seinen wahren Gefühlszustand vor jedem zeigen.

Nur leider haben wir dadurch oft verlernt, unsere Gefühle ÜBERHAUPT fließen zu lassen (auch in einem privateren Rahmen). Wie oft sitzt Du zu Hause und gebst Dich mal bewusst dem hin, was in Dir gerade los ist? Wie oft nimmst Du Dir Zeit zum fühlen, zum aufbrechen? Und wie oft betäubst Du zu Hause Deine Gefühle mit Netflix, Instagram und Essen?

Durch das ständige Unterdrücken der eigenen Gefühle, haben viele überhaupt verlernt zu fühlen. Sie wirken vielleicht wie Menschen, denen es eigentlich nie schlecht geht, die immer gut drauf oder neutral sind. Aber ist das wirklich so? Vielleicht haben sie sich vor ihren Gefühlen nur so sehr abgespalten, dass sie ,,nichts“ mehr fühlen. Und auch dagegen spricht nichts. Dies ist schließlich ein Schutzmechanismus. Doch ich finde, einen großen Teil des Menschseins und des authentischen Glücklichseins macht es aus, zu fühlen.

Um wieder einen besseren Zugang zu Deinen Gefühlen zu bekommen, hilft es z.B. eine Körperposition einzunehmen, die zu Deinem Gefühlszustand passt. Das bedeutet z.B., dass Du Deinen Kopf senkst bei Trauer oder dass Du dich unter der Bettdecke versteckst bei Scham. Oder Du machst Dich groß und spannst Deine Muskeln an bei Wut. Und so weiter. Lass die Position/ Bewegung aus einem Impuls entstehen und nicht aus dem Kopf. Lass das Gefühl Deinen Körper bewegen.

Du kannst außerdem auch Töne kommen lassen, die dem Gefühl einen passenden Ausdruck verleihen. Auch die Töne kommen von alleine (oder eben nicht). Gebe Dich dem Gefühl so gut Du kannst hin. ,,Sterbe“ in das Gefühl hinein. So unangenehm es auch ist, so laut und verrückt und heftig es auch sein mag, es ist vollkommen menschlich und normal. Es zeigt sich ohnehin nur das, was schon die ganze Zeit da war und nur betäubt wurde.

Wofür das Ganze? Spüre es selbst. Spüre den Unterschied zwischen der Flucht vor Gefühlen und der Akzeptanz von Gefühlen.

Berichte mir gerne von Deinen Erfahrungen. Oder frage bei Unklarheiten.

Kennst Du es? Du hältst Dich zurück, verstellst Dich, um andere nicht zu enttäuschen, zu verletzen oder wütend zu machen? Ich kenne das sehr gut. Mittlerweile weiß ich auch, was dahinter steckt: Ich will keinen Konflikt riskieren. Wie verständlich, wie menschlich.

Und doch habe ich mich gefragt: Ist das ein faires Verhalten meinen Mitmenschen gegenüber? Ist es fair und liebevoll, mich selbst zu verbiegen, um den anderen zu gefallen? Ist es fair, den anderen ein Bild zu vermitteln, das ich gar nicht bin? Noch dazu ist für mich persönlich Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ein extrem wichtiger Wert…

Und ja, auch heute noch entdecke ich oft unauthentisches Verhalten bei mir – aus Angst vor Konflikten. Und das ist auch nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil: Letztendlich dient es dafür, sich zu schützen -vor Verletzung. Absolut menschlich. Und trotzdem habe ich ein paar Fragen an Dich:

1) Was ist DIR lieber: Menschen, die das Bild von Dir mögen, das Du ihnen vermittelst oder Menschen, die Dich so mögen, wie Du WIRKLICH bist – mit all Deinen Schwächen und Fehlern?
2) Was ist liebevoller und entspannter Dir selbst gegenüber: Eine Rolle zu spielen oder einfach Du zu sein – ohne jeglicher Anstrengung?
3) Gibst Du ihnen das, was sie wollen oder das, was Du bist? Bist Du ihr Bedürfnisbefriediger oder bist Du DU?

Klar, wenn Du Dich nun dazu entscheidest, Dich mehr so zu zeigen, wie Du wirklich bist, d.h. Deine Gedanken und Gefühle auszusprechen, Deine Grenzen zu äußern, Deine Wünsche und Bedürfnisse zu vermitteln, Deine Meinung zu äußern, kurz: Deine Wahrheit auszusprechen, wirst Du mit Sicherheit auf mehr Gegenwind stoßen. Du wirst Dich in mehr Konflikten wiederfinden. Und ja, Du wirst auch Menschen verlieren – und zwar diejenigen, die Dich NICHT so lieben, wie Du wirklich bist. Es ist Deine Entscheidung.

,,If you want to know who your tribe is, speak your truth and see who sticks around. Those are yours“ (Unbekannt)

Wie siehst Du das? Wie geht´s Dir mit dem authentisch sein?

Die befreiende Kraft des Tanzens.

Tanzen ist Leben. Tanzen ist Freiheit. Tanzen ist Selbstausdruck.

Und doch kommt auf die Aussage ,,Ich tanze gern“ oft die Frage ,,Ah, cool, und was? Tango? Salsa? Walzer?“. Klar, es gibt Tänze, die bestimmte Merkmale und Bewegungsabfolgen besitzen. Ich selbst habe 2 Jahre lang intensiv Salsa und Bachata getanzt und ja, es macht viel Spaß. Aber oft vergessen Menschen, dass es auch noch eine ganz andere, viel ursprünglichere Art gibt zu tanzen: DEINE. Und diese ist niemals etwas Festgeschriebenes, da sie von vielen Faktoren abhängt: Die Musik, Deine Stimmung, die Umgebung (schauen Leute zu oder bist Du ganz für Dich allein), etc. Und so ist letztendlich DEIN Tanz der Tanz dieses MOMENTS.

Tanzen hat für mich etwas sehr befreiendes, aufweckendes sowie entlastendes. Bildlich gesprochen schüttele ich meine Masken, meine Sorgen und all meinen Stress mit jeder Bewegung von meinem Körper ab. Ich sprenge die Ketten meines Egos. Ich komme raus aus meinem Gedankenkarussell und zurück in den Körper, in den Moment. Beim Tanzen lerne ich mich hinzugeben – der Musik, dem Gefühl, dem Leben. Ich lerne mich zu öffnen und authentisch zu sein, indem ich die Bewegungen nicht aus dem Kopf kommen lasse. Ich bewege mich nicht, die Bewegung passiert (oder eben nicht).

Meistens hemmt es die Menschen dabei komplett loszulassen, wenn andere zuschauen. Deshalb empfehle ic mal ganz für dich alleine zu tanzen! Mach die Musik an, die sofort Gefühle in dir weckt und evt. auch zu Deinem aktuellen Gefühlszustand passt. Und nun tue nichts. Warte ab und lass Deinen Körper sich bewegen, ganz von alleine. Erlaube Dir, Dich ausdrücken zu lassen. Wenn Du es nicht gleich ,,schaffst“ die Kontrolle abzugeben, ist das überhaupt kein Problem und absolut normal. Es ist, wie so vieles im Leben, Übungssache.

In dem Moment, in dem Du Dich komplett gehen lassen kannst und alle Bewertungen (wie: ,,Oh Gott, das ist aber eine verrückte, peinliche, aggressive, weibliche, männliche, langweilige, etc. Bewegung“) einfach da sein lässt, ohne darauf einzusteigen, passiert etwas Magisches… Probier´s aus und tanze Dich frei! 😉

Wie geht´s Dir mit dem Tanzen? Tanzt Du gerne und fällt es Dir leicht vor anderen frei zu tanzen?

Die Gesellschaft, in der wir leben, verurteilt Wut. Wut wird oft mit Gewalt assoziiert. Doch ist Wut dasselbe wie Gewalt?

Meiner Ansicht nach ist Gewalt eine Folge von unterdrückter Wut und anderen abgelehnten Gefühlen. Wenn ich im Reinen bin mit dieser Lebensenergie und sie als Teil von mir schätze und lebe, dann gibt es für mich keinen Grund gewaltvoll zu sein. Denn wofür ist Wut eigentlich da? Spüre hin. Wut richtet mich auf, macht mich groß und kräftig und laut. Sie hat etwas ,,Respekt einflößendes“ und ,,auf sich aufmerksam machendes“. Wut hilft mir zu mir selbst zu stehen. Sie hilft mir Grenzen zu setzen und meine Meinung auszusprechen. Sie gibt mir Energie zum Handeln und dafür, nach meinen Werten zu leben. Und im Notfall hilft sie sogar Leben zu retten – ob mein eigenes oder das von anderen.

Was wäre der Mensch ohne Wut? Nichts. Ihn würde es nämlich gar nicht geben, da er ohne dieser Kraft nicht überlebensfähig wäre.

Wenn ich nun also diese Energie als Teil von mir schätze und nutze, um meine Wahrheit zu leben, zu mir selbst zu stehen, meine Werte zu verteidigen und im Notfall Leben zu schützen, wieso sollte ich dann jemandem wehtun wollen? Gewalt ist meines Erachtens der verzweifelte Versuch bestimmte Gefühle (ja, auch Wut) zu vermeiden. Wenn ich jedoch meine Wut und alle anderen Gefühle liebe und lebe, gibt es dann einen Grund jemandem Gewalt anzutun?

Mir ist z.B. bei mir selbst folgendes aufgefallen: Wenn ich meine Wahrheit nicht ausspreche und damit meine Wut unterdrücke, weil ich Angst habe, den anderen zu verletzen, dann werde ich passiv aggressiv auf diesen Menschen. Ich wende mich ab von der Person, ich verschließe mich, ich verhalte mich fast schon ,,trotzig“. Denn tief im Inneren bin ich weiterhin wütend auf die Person. Wenn ich es dann schaffe, meine Wahrheit/ Wut auszusprechen (ohne zu projizieren!), dann löst sich diese unterdrückte Wut bzw. passive Aggression auf und plötzlich fühle ich mich wieder verbunden mit dieser Person. Außerdem konnte ich in meiner Vergangenheit bei mir feststellen: wenn ich meine Wut/ Wahrheit eine längere Zeit unterdrücke, dann kann es passieren, dass sie sich irgendwann geballt als Wutausbruch äußert.

Ich selbst befinde mich auch noch mitten auf meinem Weg, diesen Persönlichkeitsanteil mehr zu leben, indem ich 1. Meine Wahrheit ausspreche und lebe und 2. Meiner Wut regelmäßig Raum gebe. Z.B. gehe ich aktuell zusammen mit ein paar Freunden einmal pro Woche in den Wald, um diese Energie zu wecken und auszudrücken (durch Schreien…). Das ist jedes Mal sehr befreiend und ich merke mittlerweile, wie es mir heute deutlich leichter fällt als früher, meine Wahrheit auszusprechen (Grenzen, Meinungen, Kritik, etc. zu äußern).

Wie geht es DIR mit Deiner Wut? Fällt es Dir leicht, zu Dir selbst zu stehen im Alltag? Oder hast Du innere Blockaden durch z.B. Ablehnung Deiner Wut in Deiner Kindheit?

Mensch zu sein bedeutet auch zu leiden. Zum Menschsein gehört es, unangenehme, schreckliche, kaum aushaltbare Gefühle zu fühlen. Tiefe Trauer, schreckliche Einsamkeit, herzzerreißender Schmerz. Wenn ich auch diese Gefühle vollständig als Teil meines Menschseins erkenne und akzeptiere, dann hört der Kampf dagegen auf. Erinnere Dich: Nicht das Gefühl ist das leidvolle, sondern der Widerstand dagegen. Wenn ich mich meinem Zustand komplett hingebe, dann verschwindet die neg. Bewertung (,,schrecklich“, ,,kaum aushaltbar“, ,,ich sterbe“…) und zurück bleibt reine E-motion, reine Energie (,,E“), die durch den Körper fließt (,,motion“).

Ja ich weiß, so einfach ist das nicht. Ich würde sagen, mind. 95% der Menschen stellen sich nicht ihren Gefühlen, ihrem Menschsein und suchen Auswege aus unangenehmen Zuständen. Ob Alkohol, Netflix, Sex oder Essen. Wir suchen Strategien, um neg. Gefühle loszuwerden. (Auch das ist übrigens absolut menschlich).

Eine weitere Vermeidungsstrategie, die auch sehr verbreitet ist und oft nicht als solche enttarnt wird, ist die Spiritualität oder Esoterik. Vielleicht überrascht Dich das jetzt… Auch ich bin in diese Falle getreten: In der Meditation früher habe ich z.B. versucht, meine Gedanken und bestimmte Gefühle (wie Wut, Stress, Angst) weg-zumeditieren. Auch heute erwische ich mich noch oft dabei, meine Gefühle weg-fühlen zu wollen. ,,Ich muss dieses Gefühl nun einfach fühlen, weil dann geht es weg.“ Sehr tricky diese Falle… Letztendlich bedeutet wahre Aktzeptanz/ Hingabe ein ,,Ja“ auf die Frage: ,,Wenn dieses Gefühl/ etc. bis an Dein Lebensende da wäre, wäre ich ok damit?“.

Ein Kritikpunkt am Buddhismus, den ich habe, ist, dass Menschen mit Enthaltsamkeit und Meditation versuchen ihre (menschlichen) Bedürfnisse loszuwerden, um Abhängigkeit und Leid zu vermeiden. Zumindest ist das meine Auffassung von strengem Buddhismus. Auch das Streben nach Erleuchtung, als einen Zustand, der irgendwann in der Zukunft eintritt, und der absolute Glückseligkeit und Freiheit von Leid und Schmerz, etc. verheißt, sehe ich als Flucht an. Flucht vor Leid. Flucht vorm Menschsein. ,,Wenn ich Eins bin mit dem Universum, dann ist da kein Schmerz mehr“. Ja, aber dann bist Du auch kein Mensch mehr.

Deshalb frage ich Dich: Warum bist Du hier? Um Mensch zu sein, und die volle Bandbreite von menschlichen Erfahrungen zu machen mit allen Gefühlen, die dazu gehören oder um eins zu werden und nur noch in Liebe zu schwelgen? Und ist zweiteres überhaupt möglich in einem menschlichen Körper?

Bestimmt hast Du es auch schon erlebt: Dir ist etwas (vermeintlich) schlimmes passiert (z.B. eine Trennung oder eine Kündigung) und im Nachhinein bist Du froh und dankbar, dass es passiert ist. Oder andersrum: Dir ist etwas (vermeintlich) wundervolles passiert (z.B. eine Beziehung oder eine Anstellung) und später wünscht Du Dir einfach nur, dass es nie passiert ist.

Letztendlich können wir NIE wissen, was ,,gut“ und was ,,schlecht“ für uns ist. Deshalb bleibe realistisch: Vielleicht ist Dein aktuelles ,,Unglück“ ja am Ende ein riesen ,,Glück“ und Dein aktuelles ,,Glück“ am Ende ein riesen ,,Unglück“.

Und letztendlich gibt es nichts in der Welt, das nicht passieren SOLL. Alles hat seinen Platz und seinen Sinn. Was aber natürlich nicht bedeutet, passiv zu sein und nichts mehr verändern zu wollen. Setz Dich ein für Deinen Frieden und den Frieden auf der Welt, aber bemerke, wenn Du sagst: ,,Das sollte nicht sein“ und frage Dich, ob Du das WIRKLICH wissen kannst. Denn vielleicht ist es ja (versteckt) ein riesen Geschenk…

ALLES hat seine positiven und seine negativen Seiten. Prüfe es selbst: Was könnte das Geschenk sein an Deinem Problem?

Seitdem ich diese Frage (siehe Bild) kenne, nutze ich sie immer wieder in meinem Leben, wenn ich mir unklar bin, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Ich finde das ist eine ,,Zauberfrage“, weil sie das Ego beiseite legt. Der bevorstehende Tod zerstört alles Unwahre, alles, was nicht von Herzen kommt. Diese Frage ist eine von meinen – wie ich sie nenne – ,,Integritätsfragen“, also Fragen, die bewirken, dass nur Antworten kommen, die wirklich authentisch sind.

Ich finde es traurig, wie viele Menschen ein Leben leben, das garnicht ihren tiefsten Herzenswünschen entspricht. Aus Angst vor Ablehnung, Misserfolg, Geldmangel, Sicherheitsverlust, etc. Und ich kann all diese Ängste vollkommen verstehen. Ich selbst kenne sie sehr gut. Und schließlich ist es jedermanns eigene Entscheidung, was einem wichtiger ist. Für den Einen ist Sicherheit und Anerkennung sehr wichtig, für den anderen ist Freiheit und Erfülltheit wichtiger.

Bei mir ist es zweiteres: So unsicher und ängstlich ich mich mit Raum Lebensliebe auch oft fühle, mindestens genauso glücklich und dankbar bin ich dafür, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Und wenn ich auf mein Leben zurückblicke darf ich mit tiefer Dankbarkeit und Freude sagen, dass ich bei größeren Entscheidungen immer auf mein Herz und nicht auf meinen Verstand gehört habe. Wenn Du heute sterben müsstest, wie würdest DU auf Dein Leben zurückblicken?

Und nun zur Übung: Nimm ein Blatt Papier und schreibe die Frage auf: ,,Was würde ich tun, wenn ich nur noch ein halbes Jahr zu leben hätte?“. Du kannst auch andere Zeiträume nehmen, und schauen, was dann für Antworten kommen. Z.B.: 10 Jahre, 1 Jahr, 1 Monat, 1 Woche, 1 Tag.

Lass nun einfach Deine Hand schreiben. Denke nicht darüber nach und schreib einfach alles auf, was kommt. Lass Dir da ruhig ein bisschen Zeit. Und wenn Du nicht weiterkommst oder Schwierigkeiten hast, stelle Dir nochmal die Situation so echt wie möglich vor. Du kannst Dir zum Beispiel vorstellen, Du kämest gerade vom Arzt, der dir gesagt hätte, Du hättest Krebs und Deine Lebenserwartung betrüge nur noch höchstens ein halbes Jahr…

Und wenn Du nun mehr Klarheit hast, was Du WIRKLICH willst… ,,Just begin. Today. Even though you don´t know how. Splash the paint everywhere. Cover the canvas with life. Get it all wrong. And feel so right. You may not be ready. But you are ready to try. To fail. To give yourself to the maelstrom of life.“ – Jeff Foster.

Um dies zu veranschaulichen ein kleines Beispiel von mir persönlich:

Das Problem: Mir fällt es schwer, die passenden Worte für meine nächsten Adventskalender-Türchen zu finden.

  1. Was ist so schlimm daran? 

Ich könnte Worte aufschreiben, die am Ende uninteressant, provokant oder scheinheilig bei bestimmten Menschen ankommen.

  1. Was wäre so schlimm daran? 

Ich könnte kritisiert werden für meine Meinungen und Ansätze. Ich könnte meinem Image schaden…

  1. Was wäre so schlimm daran? 

Ich würde mich verurteilt, wertlos, als Versager fühlen.

  1. Was wäre so schlimm daran? 

…?…

 

Diese ,,Zauberfrage“ kannst Du Dir bei jedem Problem, das Du hast, stellen, um herauszufinden, wovor Du WIRKLICH wegrennst.

Und zuletzt habe ich noch eine Frage an Dich: Wenn dieses Gefühl vollkommen ok wäre, gäbe es dann das Problem noch?

Schreib mir, wenn Du Fragen dazu hast. Hat es bei Dir geklappt? Bist Du am Ende auch bei einem/ mehreren Gefühlen angekommen?

Kennst Du es? Dir geht es nicht gut, aber Du weißt nicht genau warum? Oder in Deinem Kopf ist das reinste Gedankenchaos und Du kannst keinen klaren Gedanken fassen?

Eine sehr einfache und sehr hilfreiche Methode, um Deine Gedanken zu identifizieren ist es, einfach aufzuschreiben, was ,,es“ in Dir gerade denkt. Ich empfehle dies besonders, wenn es Dir wirklich schlecht geht – von tiefem Leibeskummer bis zu panischer Angst. Dies bewirkt nämlich, dass die Ursache Deiner Gefühle (bestimmte Gedanken und innere Bilder siehe Türchen 10) aufgedeckt werden und aus Deinem inneren hinaus aufs Blatt gebracht werden. Somit bist Du nicht mehr komplett gefangen in diesen Gedanken, sondern Du löst Dich ein Stück weit aus der Identifikation und betrachtest sie von oben. Du holst sie quasi aus Deinem Unterbewusstsein ins Bewusstsein.

Ein weiterer positiver Effekt vom Aufschreiben Deiner Gedanken und Gefühle ist folgender: Je öfter Du das machst, desto mehr wirst Du Dir den Auslösern Deiner ,,Probleme“ bewusst: Deinen negativen Gedanken und Glaubenssätzen, Deinen festgefahrenen Überzeugungen und Blockaden, Erinnerungen, etc. All diese Gedankenmuster bestimmen Dein Leben – bisher vielleicht zum Großteil unbewusst.

Nimm einfach ein Blatt Papier oder besorg Dir am besten gleich ein Tage-/ Notizbuch, in dem Du regelmäßig Deine Gedanken notieren kannst. Notiere Dir die Antworten, die kommen, wenn Du Dir folgende zwei Fragen stellst:

1) Was beschäftigt mich gerade?
2) Wie fühle ich mich gerade?

Lass Dir ruhig ein paar Minuten Zeit und schreibe komplett OHNE FILTER ALLES auf, was kommt – egal wie wenig oder viel, egal wie verrückt, böse, unhöflich, erschreckend, egal wie langweilig, normal, ,,mainstream“, etc. die Worte auch sein mögen. Niemand muss diese Worte lesen.

Wenn Du noch tiefer einsteigen willst und Dir Deinen inneren ,,Schatten“ bewusster werden willst, schreib mir. Dann gebe ich Dir noch ein paar weitere Fragen, die Dir helfen können, das was Dich einschränkt in Deinem Leben, aufzudecken.

Gib gerne Rückmeldung: Schreibst Du ohnehin schon regelmäßig Deine Gedanken auf (z.B. Tagebuch) oder hast du das noch nie gemacht? Wie geht´s Dir damit?

Meine Gedanken zum Thema ,,Positives Denken“: 

Viele Coaches verfolgen den Ansatz des ,,positiven Denkens“ als Weg zum Glücklichsein. Nun ja: Auf den ersten Blick macht das ja auch Sinn, oder? Wenn positive Gedanken, positive Gefühle erzeugen, dann muss ich einfach positiv Denken und schon fühle ich mich besser! Rein logisch betrachtet stimmt das auch und ich habe selbst nach diesem Ansatz ca. 2 Jahre lang gelebt. 

Ein großer Teil vom sogenannten ,,Neuro-linguistischen Programmierens“ (NLP) setzt genau da an: Wenn unsere Gedanken (=Programmierung) unsere Realität bzw. Gefühle erschaffen, dann muss ich einfach meine Gedanken so programmieren, das sie meine Wunschrealität (pos. Gefühle) erzeugen. Dieser Ansatz ist durchaus sehr effektiv und erfolgsversprechend. Ich habe es selbst an mir erfahren damals… 

Doch wahre innere Erfüllung und authentische Zufriedenheit mit sich selbst und dem Leben so wie es ist wird meines Erachtens dieser Ansatz nie bewirken – zumindest solange die NLP-praktizierende Person diesen Weg nutzt, um vor ihren negativen Gefühlen zu fliehen. 

Doch wenn an negativen Gefühlen nichts falsch wäre, müsste ich dann noch absichtlich positiv denken? Und was ist überhaupt ein ,,negatives“ Gefühl? Ab welchem Punkt ist ein positives Gefühl nicht mehr positiv sondern negativ? 

Schreibe gerne Deine Meinung dazu und auch ob Du verstehst, was ich meine.  

Wie oft tust Du einfach mal nichts? Nicht arbeiten, nicht chatten oder scrollen, nicht lesen, keinen Film schauen, keine Musik hören, nicht meditieren? Einfach nichts?

Wir sind eine Gesellschaft, in der wir ständig dabei sind, etwas zu TUN. Selbst wenn wir mal nichts zu tun haben, tun wir etwas – shoppen gehen, Freunde treffen, Youtube, Netflix, Instagram, Facebook, Whatsapp, etc. etc. Doch warum ist das so? Warum können wir nicht ohne Musik spazieren gehen und ohne Bildschirm auf der Couch sitzen?

Ich kenne es von mir selbst nur zu gut: Sobald ich mal nichts zu tun habe oder sobald es mir schlecht geht, greift meine Hand wie von alleine zum Smartphone. ,,Ah! Erleichterung! Ablenkung…“ Ablenkung von was? Vielleicht von meinem altbekannten Gedanken ,,Wenn ich nichts Produktives schaffe, bin ich nichts wert“. Vielleicht aber auch von meinen Gefühlen wie Einsamkeit, Sehnsucht, Angst oder Wertlosigkeit, die da tief in mir lauern und nur darauf warten an die Oberfläche zu kommen, sobald ich keine Ablenkung mehr habe. Vielleicht aber auch von Beidem oder was ganz anderem… Sicher ist: Da ist WIDERSTAND. Widerstand nichts zu tun. Und ich beobachte diesen Widerstand nicht nur bei mir. Vielleicht geht es ja auch Dir so.

Deshalb lade ich Dich ein, es einfach mal auszuprobieren: Nimm Dir eine halbe Stunde (oder mehr) Zeit und tue nichts. Stelle Dich dem Moment. Stelle Dich dem, was evt. da in Dir brodelt. Stelle Dich der Stille und dem Drang etwas zu tun oder Dich abzulenken. Stelle dich Deiner inneren Stimme, die sagt: ,,Du MUSST etwas tun und schaffen und erreichen, sonst bist du wertlos in dieser Welt/ für deine Eltern, etc.“

Und schränke Deinen Fokus dabei nicht ein – wie bei vielen Meditationsarten. Bleib offen für ALLES, was jetzt gerade da ist – in Dir und um Dich herum. Ein Unwohlsein im Bauch, Straßengeräusche, das Ticken der Uhr, die Gegenstände in Deinem Zimmer, der Schmerz in Deinem Nacken, die lang unterdrückte Trauer, die sich nun endlich zu Wort melden darf.

Was es auch ist, es ist da. Und du bist da. Mehr nicht. Und wenn Emotionen oder Worte oder Laute, etc. hochkommen sollten, lasse sie einfach da sein und sich ausdrücken. Weine, wenn Du weinen musst. Lache, wenn Du lachen musst. Stöhne, wenn du Schmerzen hast. Dieser Raum des ,,Nichts tuns“ ist NUR für Dich da. Erlaube Dir für diese Zeit einfach Du zu sein, so wie du JETZT bist.

Wenn Du möchtest, schreib mir gerne: Wie war es für Dich? Was ist passiert?

Leichter gesagt als getan? Ja, ich verstehe Dich, mir geht es auch so. Und trotzdem spüre ich jedes Mal, wenn ich mir mal WIRKLICH erlaube so zu sein, wie ich gerade bin – gestresst, müde, schüchtern, schuldig, ratlos, verwirrt, etc. – dass das Leid aufhört.

Leid ist nichts anderes als der Kampf gegen sich selbst bzw. gegen das, was gerade da ist. Und der Kampf wird immer zwecklos bleiben, da es schon DA ist.

HINGABE ist meiner Erfahrung nach das Gegenteil von Leid. Denn nochmals: Leid ist niemals die Sache selbst (z.B. körperlicher oder emotionaler Schmerz), sondern der Widerstand dagegen. Ohne Widerstand kein Leid.

Doch woher kommt der Widerstand? Genau: aus dem Kopf bzw. aus der Identifikation mit einem Gedanken, der z.B. lauten könnte: ,,Dieses Gefühl sollte nicht da sein, ich sollte mich stattdessen so ___ fühlen“ Demnach kann wahre HINGABE nur geschehen, wenn ich mich von der Identifikation mit meinem Verstand löse.

Und wie geht das schonwieder? Genau: FÜHLEN. In den Körper gehen, ins Jetzt zurückkehren: Was ist gerade da? Und dann einfach da sein lassen. Du kannst Dir auch vorstellen, dass Du Dich in das Gefühl hineinfallen lässt. Lasse es Dich voll und ganz erfüllen. Werde eins mit dem Gefühl, mit Dir selbst und entdecke, das es kein Leid gibt.

,,We are healed of suffering only by experiencing it to the full“ (Zitat aus der Serie ,,Sense8“)

Viele Menschen sind nicht gewohnt, ihren Körper zu spüren und so mag es vielleicht auch für Dich am Anfang gar nicht so leicht sein… Deshalb gehören zu diesem Türchen eine Skizze von einem Männer- sowie einem Frauenkörper, die ich Dir zum Ausdrucken gerne zuschicken kann (Schreib mir einfach: 0151 61453472 oder alexander.klos@yahoo.de). Diese Skizze kannst Du für folgende Übung verwenden: 

Drucke das Blatt aus und lege es für diese ,,Körpermeditation“ vor Dich hin. Lege Dir auch einen Stift oder mehrere Farben bereit (ich nehme immer Wachsmalstifte her).

Zeichne/ Male nun in die Skizze die jeweiligen körperlichen Empfindungen, die Du wahrnimmst, ein. Wo befindet sich die Empfindung? Wie ist ihre Qualität? Ist sie eher schwer oder leicht, hart oder weich? Welche Form könnte sie haben? Wenn sie eine Farbe hätte, welche wäre das? … Versuche dabei möglichst nicht nachzudenken, sondern nachzuSPÜREN und lass Deinen Körper intuitiv malen. Gehe so nun mit allen Sensationen vor, die Du wahrnimmst. (Natürlich ist das nicht so leicht, da sie sich ständig verändern…)

Diese Zeichnung ist demnach natürlich nur eine Momentaufnahme. Sie dient dem Zweck, Dir dabei zu helfen, genauer hineinzuspüren und vielleicht macht es Dir so auch mehr SPAß, deinen Körper zu erfühlen und zu erforschen. Je öfter Du diese Übung machst, desto mehr wirst Du in der Lage sein, Deinen Körper zu spüren und desto leichter fällt es Dir auch, über Deinen Körper zu jeder Zeit in den Moment zurückzufinden.

       Die beruhigende Kraft Deines Atems.

       Beobachte Deinen Atem. Atmest Du gerade eher in die Brust oder in den Bauch? Lege dort Deine Hand hin und beobachte einfach…

      Natürlich kannst Du Deinen Atem auch verändern. Im Qi Gong nennt man den Atem auch ,,Qi“, was soviel bedeutet wie ,,Lebensenergie“. Atem ist Lebensenergie. Ohne Atem kein Leben, keine Energie. Flacher Atem, wenig Energie. Tiefer Atem, mehr Energie. Ich empfehle, Dir anzugewöhnen, tief und gleichmäßig in den Bauch zu atmen. Somit gelangt mehr Sauerstoff in die Lunge und demnach erhältst Du mehr Energie.

Wenn Du Schmerzen spürst beim Atmen in den Bauch, dann keine Sorge: Das ist sehr verbreitet und ein Zeichen, das es gut ist, jetzt in den Bauch zu atmen. Wahrscheinlich bedeutet es nämlich, dass Dein Bauch zu angespannt ist und du eher in die Brust atmest. Je öfter Du übst, bewusst in den Bauch zu atmen, desto weniger werden die Schmerzen bis sie irgendwann ganz weggehen (bei mir war es so).

Der Atem ist immer da so lange Du lebst. Sehe ihn als Deinen Freund und nutze ihn – wann immer Du brauchst – als Anker zurück ins Jetzt und in die Entspannung. 

 

       Gefühle sind das Tor in die Selbstliebe.

Hast Du es auch erlebt? Bei den meisten Menschen wurden ihre Gefühle schon in der frühen Kindheit abgelehnt – ob von den Eltern, Erziehern oder anderen Kindern. ,,Jetzt hör´ endlich auf zu weinen!“, ,,Du Heulsuse!“, ,,Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“, ,,Du Sensibelchen.“, ,,Sei nicht so laut!“, ,,Hör auf so wütend zu sein und reiß´ dich zusammen!“, ,,Sei brav!“, ,,Freu´ dich nicht zu früh!“…

Auch, wenn wir jetzt keine Kinder mehr sind, diese Stimmen sind immer noch tief in uns verankert und halten uns oft (unbewusst) davon ab, unsere Gefühle vor anderen zu zeigen oder sie gar überhaupt erst zu fühlen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in unserer Gesellschaft Gefühle (v.a. Trauer und Wut) meist nur im Geheimen gelebt werden. Schließlich will niemand als ,,Schwächling“ (Trauer) oder ,,Arschloch“ (Wut) dastehen. Die Folge? Wir vermeiden unsere Gefühle und setzten uns Masken auf, die als Schutzmauern dienen…

Und nun lade ich Dich ein, diese Glaubenssätze bzg. Deinen Gefühlen zu hinterfragen. Sind Gefühle wirklich etwas Schlechtes? Oder gibt es sogar etwas Gutes an ihnen? Ich erlebe oft genug bei mir selbst, aber auch bei meinen Freunden und Kursteilnehmern, wie befreiend und heilsam es sein kann, seine Gefühle wie Angst, Wut, Trauer, Scham und Freude mal ganz da sein zu lassen.

Gefühle zerstören unsere Masen. Sie machen uns wieder echt, verletzlich, authentisch. Sie rufen uns zurück in unseren Körper, ins Jetzt. Deshalb: ZITTERE vor Angst, SCHREIE vor Wut, WEINE vor Trauer, STOTTERE vor Scham, TANZE vor Freude… Sie sind alle ein Teil von uns, von uns ALLEN und werden es immer bleiben! Gefühle unterscheiden uns von Robotern und machen uns zum Menschen.

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, einen Zugang zu ihren Gefühlen zu finden. Ich bin auch noch in meinem Prozess meine Gefühle mehr und mehr zu leben. Heute weine, schreie und lache ich wie nie zuvor, aber das war nicht immer so. Wenn auch Du Schwierigkeiten hast zu fühlen, melde Dich gerne bei mir oder komm vorbei zu meinem nächsten ,,Experiment Mensch sein“ – Event.

Ich freue mich wieder über Feedback: Wie geht´s Dir mit DEINEN Gefühlen? Fällt es Dir leicht zu fühlen und diese auch vor anderen zu zeigen oder fällt es Dir schwer? Wie war es für Dich, als du Dich Deinen Gefühlen mal komplett hingegeben hast

,,Perhaps your pain is what healing actually feels like“ (Jeff Foster)

Die Magie der liebevollen Präsenz 

In dem Moment, in dem Du einfach nur DA bist – ob für einen Freund oder für Dich selbst – passiert etwas Magisches… In dem Moment, in dem Du nichts gibst (in Form von Beurteilungen oder Lösungsvorschlägen, etc.), gibst Du das wertvollste, was man überhaupt geben kann: Präsenz oder man kann es auch anders nennen: Liebe.

 In Momenten, in denen es dir schlecht geht – bevor Du zum Handy greifst – horche kurz in Dich hinein: Wo genau IST dieses ,,schlecht“ überhaupt? Vielleicht ist es ein Druck auf der Brust oder ein Stechen im Bauch oder ein Schmerz im Kopf. Lege Deine Hand auf diesen Bereich und fühle hin. Beobachte. Vermittle mit Deiner Berührung: ,,Ich sehe Dich, ich höre dir zu“. Nimm Dir hierfür gerne ein paar Minuten Zeit und spüre, was sich verändert.

 Du kannst auch Deinen Atem in diesen Bereich hineinfließen lassen und somit der Stelle mehr Raum geben. Atme einige Male tief in diese Stelle hinein (stelle Dir einfach vor, wie der Atem dort hineinfließt). Vermittle Deiner Körperstelle mit Deinem Atem: ,,Du darfst da sein. Ich gebe dir Raum zu sein.“

 Gib mir gerne Feedback, wie es für Dich war und wie lange Du wirklich für Dich da sein konntest – ohne Dich abzulenken (ich weiß, wie schwer das ist…).

 Du kannst diese Übung zu jeder Zeit in Deinem Alltag machen, wenn es Dir nicht gut geht – egal ob es Stress, Angst, Trauer, etc. ist (du brauchst es auch nicht zu benennen). Es ist Deine Entscheidung: fühlen oder fliehen. 

Kennst Du es auch? Du bist so in Deinen Gedanken verloren, dass Du gar nicht bemerkst, was du eigentlich gerade tust und was eigentlich gerade um dich herum passiert?

Ich lade dich ein, in solchen Momenten die Zeit bewusst zu verlangsamen – selbst wenn es nur für ein paar Sekunden ist. Auf diese Weise stoppst Du Deine Gedankentrips und der Blick wird frei für das was WIRKLICH da ist – die kalte Türklinke, die du betätigst; der Fußboden, der leicht knarzt; die Fliege, die vorbeisaust; Dein pulsierender Herzschlag; Dein angespannter Nacken und Bauch; das Licht, wie es Schatten an die Wände wirft; die Vögel, die draußen zwitschern…….

Jetzt frägst du vielleicht: Ja, das klingt schön und gut, aber was, wenn ich gerade unter Zeitdruck bin und einfach nicht langsam machen KANN?

Frage Dich: Ist das wirklich so? Oder könnte es sogar sein, dass Du sogar wertvolle Zeit verlierst durch Dein hektisches und dadurch unachtsames, schusseliges Verhalten? ….. Und wenn Dein Tag wirklich so durchgetaktet ist, dass du nicht langsamer machen KANNST, dann ist es vielleicht an der ZEIT, Dir mehr Zeitpuffer zu schaffen…. Dein Körper und Deine Seele werden es Dir danken! 😉

Natürlich kannst Du mit der Intensität der Zeitlupe spielen: Du kannst Deine Tätigkeit nur leicht verlangsamen oder auch so sehr, dass selbst eine Schnecke schnell dagegen wäre… Probier´s mal aus! 😉 Schreib mir gerne, wie es für Dich war bzw. ist, falls Du auch das Schreiben des Kommentars im Schhh…necken…tempoo machst. 

Ich glaube viele unterschätzen die heilsame Kraft eines Spaziergangs mit sich selbst!

Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem ich nicht spazieren gehe – allein und ohne Ablenkung. Ohne mind. einem Spaziergang am Tag würde mir wirklich was fehlen… Meistens starte ich den Tag mit einem Spaziergang und mache Qi Gong an einem passenden Ort. Ich sage zu mir dann immer: ,,So, das Wichtigste des Tages hab ich schonmal erledigt!“. Und es fühlt sich wirklich so an!

Der Mensch ist nicht geboren, um den ganzen Tag in vier Wänden zu verbringen. Die Natur ist seine natürliche Heimat. Auch wenn das viele Menschen heute in unserer westlichen Welt gar nicht mehr wahrnehmen, tief im inneren, glaube ich, ruft jedes Herz nach Natur und Freiheit.

Und was für ein Einfluss ein einziger Spaziergang auf mich hat! Der muss nicht mal lange sein! Gestern z.B. habe ich es wieder gespürt: Drinnen war ich irgendwann in meinen negativen Gedankenspiralen gefangen und bin auch in meinem produktiven Prozess gegen Wände gelaufen. Schon nach 10 min. spazieren gehen fühlte ich mich wie ein neuer Mensch. Der Kopf war wieder frei für neue kreative Ideen und mein Gefühlszustand wandelte sich von ,,Unwohlsein“ zu ,,Lebensfreude“.

Schreib mir gerne: Gehst Du auch regelmäßig spazieren oder eher selten? Und wenn Du gehst, dann mit Handy, Musik oder Begleitung oder ohne jeglicher Ablenkung? Wie war es für Dich OHNE Ablenkung?