Human Home - Impulse zum Mitnehmen

In Verbundenheit mit dem eigenen Körper zu leben ist für mich die Basis für ein erfülltes, lebendiges Leben.

Unsere Gesellschaft ist zum größten Teil leider viel zu sehr abgeschnitten vom Körper und verloren im Kopf. Es offenbart sich eine neue, spannende Welt, wenn wir die Wahrnehmung in die tiefen unseres Körpers richten.

Die neuesten Erkenntnisse aus der Trauma-Forschung belegen zudem, dass wir traumatische Erfahrungen nur über den Körper wirklich verarbeiten können. Der Körper spricht eine Sprache, die wir oft überhören und die aber unsere wahren Befindlichkeiten, Wünsche und Grenzen offenbart.

Wenn wir mehr im Einklang mit den Signalen unseres Körpers leben, lernen wir uns selbst erst wirklich kennen – mit all unseren seelischen Wunden, Sehnsüchten, Bedürfnissen und Grenzen.

Ich übe schon seit längerer Zeit z.B. bei Entscheidungsprozessen auf meine Intuition, mein Bauchgefühl zu hören. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen befindet sich im Bauchbereich tatsächlich ein Nervenkonstrukt, das deutlich mehr Informationen an das Gehirn sendet als umgekehrt. Die Intuition ist ein wichtiger Kompass, den wir in unserer Welt leider oft aus den Augen verloren haben.

In diesem Sinne, wünsche ich mir für mich selbst und alle Menschen (besonders im Westen), dass wir wieder den Zugang zu unserem Körper finden und fördern, um ein erfülltes und authentisches Leben zu leben.

,,Dieses Erwachen unserer Lebenskraft vom bloßen Überleben zu ekstatischer Lebendigkeit ist tatsächlich das eigentliche Geschenk, das zum Greifen nahe ist und darauf wartet, dass wir es durch diese Reise der ´süßen Hingabe´ an die Welt der inneren Empfindungen in Empfang nehmen, ob wir nun Überlebende eines Traumas sind oder einfach an den Wunden leiden, die die westliche Kultur uns zugefügt hat.“ – Dr. Peter Levine aus seinem Buch ,,Sprache ohne Worte“.

(19.03.22)

Fräulein Natur, ich bin verliebt.

Du riechst so gut mit deinem bunten Blumen-Parfüm,
Du erwärmst meine Seele mit deinem Sonnen-Strahlen,
Du belebst mein Gemüt mit deinen strömenden Tränen,
Du bekräftigst meinen Willen mit deiner Sturmes-Wut,
Du beflügelst meinen Schutzinstinkt mit deiner Natur-Gewalt,

Du erweckst meine Liebe mit deiner unglaublichen Schönheit.

Ich bin so froh und dankbar, dass es dich gibt.
Wer wäre ich nur ohne dich?
Und tief im Inneren weiß ich, dass auch du mich liebst,

Sonst wäre ich nämlich nicht hier.

– Ein Liebesgedicht an die Natur (von der Natur)

(10.03.22)

Ich sitze auf meiner Terrasse und lasse mich von der strahlenden, warmen Sonne am ganzen Körper streicheln und erwärmen. Immer wieder ziehen Wolken vorbei und verdecken für einige Sekunden die Sonne. Es ist schlagartig kalt. Doch wenn die Wolken vorbeiziehen und der Sonne wieder Platz machen, ist der Moment, wenn die Sonne auf den Körper trifft, umso schöner: Ich lasse mich in meinen Stuhl fallen und schmelze dahin. Ich öffne mich noch mehr und lasse die Sonnenstrahlen nicht nur meinen Körper berühren, sondern auch meine Seele. Ein tiefes, genussvolles Stöhnen entfährt mir. Dieser Moment erinnert mich an meinen gestrigen Abend:

Ich war in München bei einem Tantra Massage Kreis. Mir kommt der Gedanke: Dieser Moment, wenn die Sonne meinen Körper und meine Seele berührt, ist wie eine Tantra-Massage. Ich frage mich immer wieder, was ,,Tantra“ eigentlich ist. ,,Tantra“ ist für mich ein anderes Wort für ,,Liebe“. Und ein anderes Wort für ,,Liebe“ ist für mich ,,Einssein“. Wenn ich die Sonne meine Seele berühren lasse, entsteht eine Öffnung, eine Verbindung. Die Trennung löst sich auf. Frieden kehrt ein.

Bei dem Tantra-Abend zitierte eine Teilnehmerin jemanden: ,,´Das, was wir hier machen, ist Friedensarbeit`“. Angesichts der aktuellen schrecklichen Situation in der Ukraine, hat mich diese Aussage sehr berührt. Ein Teil von mir hatte sich schuldig gefühlt zu einem Tantra-Abend zu gehen, während Menschen in Ukraine um ihr Überleben kämpfen. Und gleichzeitig ist dieses Zitat wahr: Frieden beginnt im Inneren, mit sich selbst. Je mehr jeder einzelne Frieden mit sich selbst und seiner Vergangenheit schließt, desto mehr Frieden kehrt auf diesem Planeten ein.

 

Peace for Ukraine and every human being!
Alex 

(27.02.22)

Angst ist für viele Menschen ein unangenehmer Zustand. Auch für mich. Da sich Ängste bei verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Weiße zeigen, möchte ich nicht auf eine allgemeine Beschreibung von Angstzuständen zurückgreifen, sondern nur mein persönliches Erleben schildern:

Wenn ich Angst habe, werden meine Hände (und Füße) oft kalt. Außerdem bekomme ich Schmerzen im Bauchbereich und meine Darmtätigkeit erhöht sich. Mein Herz rast und meine Hände beginnen zu zittern. Ich fange zu schwitzen an und habe den Drang mich oder einzelne Körperteile zu bewegen (z.B. Fußwackeln). In meinem Kopf entsteht eine Art Schwindelgefühl/ Nebel und ich kann weniger klar denken.

Ängste zeigen sich bei mir, wenn ich meine Komfortzone verlasse und nicht weiß, wie die Situation ausgehen wird. Mir fallen spontan zwei Situationen ein, in denen ich stärkere Angstsymptome wahrnahm: 1. Als ich mit einem Freund bei einer mehrtätigen Wanderung die Nacht bei einem schweren Gewitter im Zelt verbracht habe. 2. Als ich während meiner Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie meine erste Session mit einer fremden Person hatte. Während die erste Situation durchaus potenziell lebensbedrohlich war, war in der zweiten Situation mein Überleben nicht akut gefährdet. Mein Körper zeigte jedoch in beiden Situationen ähnlich starke Symptome.

Gegen meinen Körper konnte mein Kopf dennoch nichts anrichten. So sehr ich in der zweiten Situation versuchte mir einzureden, dass mir nichts Schlimmes passieren kann und dass ich bei dieser Probesitzung nicht einmal durchfallen kann, die Symptome ließen nicht nach.

 

Ich bin kein großer Fan von erzwungenem positivem Denken, da es erstens zu einer weiteren Maske werden kann, die man sich aufsitzt, um der darunterliegenden Emotion nicht begegnen zu müssen. Zweitens bringt es aus meiner Erfahrung keine langfristige und ganzheitliche Befreiung. Bei meinen ,,Human Home Abenden“ und Einzelsitzungen lernen Menschen, wie sie der Angst (oder anderen Themen) auf eine achtsame Weise wirklich begegnen, um sie besser kennenzulernen und den leidvollen Krieg dagegen Schritt für Schritt loslassen können. Dies hat viel mit Körpermeditation und Selbstwahrnehmung zu tun und schafft im Gegensatz zum ,,Positiven Denken“ den Weg zu einem freien und authentischen Dasein als Mensch. 

(25.02.22)

Wie oft tust Du einfach mal nichts? Nicht arbeiten, nicht chatten oder scrollen, nicht lesen, keinen Film schauen, keine Musik hören, nicht meditieren? Einfach nichts?

Wir sind eine Gesellschaft, in der wir ständig dabei sind, etwas zu TUN. Selbst wenn wir mal nichts zu tun haben, tun wir etwas – shoppen gehen, Freunde treffen, Youtube, Netflix, Instagram, Facebook, Whatsapp, etc. etc. Doch warum ist das so? Warum können wir nicht ohne Musik spazieren gehen und ohne Bildschirm auf der Couch sitzen?

Ich kenne es von mir selbst nur zu gut: Sobald ich mal nichts zu tun habe oder sobald es mir schlecht geht, greift meine Hand wie von alleine zum Smartphone. ,,Ah! Erleichterung! Ablenkung…“ Ablenkung von was? Vielleicht von meinem altbekannten Gedanken ,,Wenn ich nichts Produktives schaffe, bin ich nichts wert“. Vielleicht aber auch von meinen Gefühlen wie Einsamkeit, Sehnsucht, Angst oder Wertlosigkeit, die da tief in mir lauern und nur darauf warten an die Oberfläche zu kommen, sobald ich keine Ablenkung mehr habe. Vielleicht aber auch von Beidem oder was ganz anderem… Sicher ist: Da ist WIDERSTAND. Widerstand nichts zu tun. Und ich beobachte diesen Widerstand nicht nur bei mir. Vielleicht geht es ja auch Dir so.

Deshalb lade ich Dich ein, es einfach mal auszuprobieren: Nimm Dir eine halbe Stunde (oder mehr) Zeit und tue nichts. Stelle Dich dem Moment. Stelle Dich dem, was evt. da in Dir brodelt. Stelle Dich der Stille und dem Drang etwas zu tun oder Dich abzulenken. Stelle dich Deiner inneren Stimme, die sagt: ,,Du MUSST etwas tun und schaffen und erreichen, sonst bist du wertlos in dieser Welt/ für deine Eltern, etc.“

Und schränke Deinen Fokus dabei nicht ein – wie bei vielen Meditationsarten. Bleib offen für ALLES, was jetzt gerade da ist – in Dir und um Dich herum. Ein Unwohlsein im Bauch, Straßengeräusche, das Ticken der Uhr, die Gegenstände in Deinem Zimmer, der Schmerz in Deinem Nacken, die lang unterdrückte Trauer, die sich nun endlich zu Wort melden darf.

Was es auch ist, es ist da. Und du bist da. Mehr nicht. Und wenn Emotionen oder Worte oder Laute, etc. hochkommen sollten, lasse sie einfach da sein und sich ausdrücken. Weine, wenn Du weinen musst. Lache, wenn Du lachen musst. Stöhne, wenn du Schmerzen hast. Dieser Raum des ,,Nichts tuns“ ist NUR für Dich da. Erlaube Dir für diese Zeit einfach Du zu sein, so wie du JETZT bist.

Wenn Du möchtest, schreib mir gerne: Wie war es für Dich? Was ist passiert?

(16.02.22)